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Kontaktgruppe Frankenthal und WormsAnsprechpartner: Frankenthal: Heinz Reiter, Tel. 06233-63 88 80, Fax 06233 - 36 62 86 | |||
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Berichte aus unserer KontaktgruppeMainzer Regionalgruppentreffen gut besuchtGroßer Andrang herrschte am 27. September 2002 bei unserem Regionalgruppentreffen für Lebertransplantierte und Wartepatienten in Mainz. Unsere Vereinsvorsitzende, Jutta Vierneusel, begrüßte das Plenum im voll besetzten Saal des Erbacher Hofes. Über 120 Patienten und Angehörige waren erschienen, um die Vorträge von Prof. Dr. med. Otto und Frau Dr. med. Greif- Hilger zu hören. Professor. Otto erläuterte in seinem Vortrag die Problematik, die der behandelnde Arzt vor und nach der Lebertransplantation (LTX) für seinen Patienten zu bewältigen hat, während Frau Dr. Greif- Hilger im zweiten Vortrag die Frage erörterte, was der betroffene Patient tun kann und tun muss.
Es sei die wesentliche Aufgabe des Arztes, bei einem Patienten mit Leberzirrhose zu entscheiden, ob und wenn ja wann der Patient transplantiert werden muss, oder ob nur mit Medikamenten oder kleineren Eingriffen geholfen werden kann. Mit einer kompensierten Leberzirrhose liegt die durchschnittliche Lebenserwartung nur noch bei 8 bis 9 Jahren. Es hängt dann von der Schwere der Folgeerkrankungen ab, wie eilig eine LTX ist. Mit Aszites z.B. überleben etwa 70% der Patienten ein Jahr. Treten zusätzliche Komplikationen auf, etwa Entzündungen, dann nur noch 40%. Bei einer fortgeschrittenen Zirrhose muss transplantiert werden, denn die 5- Jahres- Überlebenschance liegt nur bei 68 %. Die Leberzirrhose sei eine Vorstufe des hepatozellulären Karzinoms. 80% aller primären Leberzellkarzinome entstehen infolge einer Zirrhose.
Frau Dr. Greif- Hilger, eine ausgebildete Internistin und Psychotherapeutin, sprach in ihrem Vortrag "Lebertransplantation: zwischen krank und fast gesund" darüber, was die Patienten tun können und tun müssen. Besonders problematisch ist das häufig für die Wartelistenpatienten. Oft von heute auf morgen krank, müssen diese sich auf ihre Erkrankung einstellen. Auch für ihr soziales Umfeld hat das gravierende Folgen. Ein Leben zwischen Bangen und Hoffen verändert die Patienten und ihre Beziehungen. Partnerbeziehungen werden hier auf eine harte Probe gestellt. Die Patienten müssen sich klar machen, dass sie ihre Erkrankung aktiv und passiv bewältigen müssen. Aktiv mit der Krankheit umgehen heißt, Eigenverantwortung übernehmen, sich medizinisch schlau machen, das Behandlungskonzept der Ärzte unterstützen, regelmäßig die verordneten Medikamente einnehmen und sich auf die bevorstehende Operation einstellen. Passiv die Krankheit verarbeiten heißt, sich auf die eigenen Veränderungen einstellen. Manches geht nicht mehr wie früher. Der Körper verlangt mehr Ruhe und Schlaf. Das müssen die Patienten lernen zu akzeptieren und zu ertragen. Auch für die Operation gelte es sich vorzubereiten und zu informieren, um einerseits aktiv bei der Heilung mitzuarbeiten und andererseits passiv zu ertragen, was mit einem geschieht, etwa bei einem Durchgangssyndrom. Nach den Vorträgen wurden von den beiden Fachärzten noch eine Menge von Detailfragen aus dem Publikum beantwortet. Auch beim gemeinsamen Abendessen wurden unter den Patienten Erfahrungen und Wissen ausgetauscht. Alle äußerten sich sehr positiv über diese gelungene Veranstaltung unserer Selbsthilfeorganisation. Harry Distelmann | |||
30.9.2006