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Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland

Kontaktgruppe Göttingen / Kassel


Ansprechpartnerin: Nicola Meyer, Tel. 05 51- 7 70 13 40

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Kassel

Termine in unserer Kontaktgruppe

Auf diesen Seiten finden Sie künftig immer eine aktualisierte Übersicht über die bekannten Treffen und Veranstaltungen unserer Kontaktgruppe.
Schauen Sie ab und zu wieder herein !!!
Nähere Informationen zu den jeweiligen Terminen erhalten Sie auch bei den Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartnern.

Berichte


Patiententreffen in Göttingen Dez. 2007


Transplantation / Leben vor und nach der Leber

"Das schlimmste ist das Warten"

Nur drei von hundert Deutschen haben einen Organspendeausweis. Tausende Patienten warten auf ein Organ. Wenn doppelt soviele Menschen Niere, Leber oder Herz spenden würden, müsste niemand sterben, während er auf der Warteliste steht.

VON BRITTA BIELEFELD

Lebertransplantation in G¨ttingen
Ringes Transplantationsteam im OP: Gestern verpflanzten die Göttinger Spezialisten eine weitere Leber. Foto: Beuermann

Das Handy habe ich immer dabei, immer an", sagt Hartmut L. Dem 48-Jährigen ist seine schwere Lebererkrankung anzusehen, seine Haut ist gelb verfärbt. L. wartet auf ein Spenderorgan. Seit acht Jahren ist der Mann aus Bad Sachsa leberkrank. Zunächst habe er gar nicht gemerkt, dass er nicht gesund ist. "Mir war nur mal ein wenig schwindelig, ich fühlte mich nicht richtig fit", erzählt er. Der Arzt kontrollierte das Blut. "Der konnte es gar nicht glauben, als er die Leberwerte sah, so hoch waren die", erinnert sich L.
Die Krankheit wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. 1999 diagnostizierten die Mediziner dann Leberzirrhose. Seitdem steht der Harzer auf der Warteliste für ein Spenderorgan, wartet auf den lebensrettenden OP-Termin im Göttinger Klinikum.
"Man baut immer mehr ab": L. musste seine Arbeit aufgeben, konnte keinen Sport mehr treiben. Jetzt ist er Kassenwart in seinem Sportverein. "Irgendwann geht es einfach nicht mehr". Er würde am liebsten noch heute operiert. Noch ist er stark genug für die sechs- bis achtstündige Operation. "Das schlimmste ist das Warten. Das verfolgt mich jeden Tag", sagt L.

Halbe Leber der Schwester

"Ich habe das immer verdrängt", meint Udo H. Der 41-jährige Mann aus der Nähe von Worbis hat die Transplantation schon hinter sich. H. war seit 1988 an Leberzirrhose erkrankt. Er bekam Blutungen, wurde ein Vierteljahr in der Berliner Charité behandelt. Seit 1992 ist er Patient im Klinikum. Seit 1999 stand er auf der Warteliste für eine Spenderleber. H.s Schwester erklärte sich bereit, ihre Leber mit dem Bruder zu teilen, weil kein Organ zur Verfügung stand.
"Ich hatte große Angst, dass etwas passiert", sagt H. Die Lebendspende birgt für beide, Spender und Empfänger, ein Risiko. Die Operation verlief gut, aber wenige Tage nach dem Eingriff gab es Komplikationen. Dreieinhalb Tage nach der Transplantation war klar, die Leber der Schwester rettet das Leben des Bruders nicht. Im Gegenteil: H. ging es sehr schlecht, er wurde auf die Dringlichkeitsliste gesetzt. Eurotransplant im niederländischen Leiden fand ein passendes Organ, der Worbiser wurde erneut transplantiert. Diesmal mit Erfolg.
"Mir ging es ganz schnell von Tag zu Tag besser", sagt er. Wer ein Foto von dem abgemagerten Mann vor der Transplantation sieht, weiß, dass das stimmt. "Ich habe bereits sieben Kilo zugenommen. Es geht mir jetzt so gut, wie seit zwölf Jahren nicht mehr."

[Zum Seitenanfang]Erschienen am 9. 12.2000 im Göttinger Tageblatt

16.11.2008