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Oft ist es ein Zufallsbefund. Bei einer Routine- Blutuntersuchung wird eine Erhöhung der Leberenzymwerte festgestellt. Wenn es sich nicht gerade um eine Voruntersuchung zum Blutspenden handelt, wird der Arzt vielleicht eine Weile abwarten, um dann noch einmal zu kontrollieren. Denn auch ein paar Schlucke zuviel "Alkohol" könnten die sogenannte Glutamat- Pyruvat- Transaminase oder kurz GPT im Blutserum ansteigen lassen. (Eine andere häufige Bezeichnung für dieses Enzym ist übrigens Alanin- Aminotransferase oder kurz ALT). Die erhöhten GPT- Serumwerte verweisen auf eine übermäßige Freisetzung des in den Leberzellen gelöst vorliegenden Enzyms. Die Ursache: Die Zerstörung von Leberzellen. Bei einem Prozent der Bevölkerung, mindestens 800.000 Bundesbürgern also, ist eine anhaltende, oft unbemerkte Leberschädigung durch das Hepatitis C- Virus (HCV) bedingt, das bei 80 Prozent aller Menschen, die es infiziert, eine chronische Leberentzündung (Hepatitis C) auslöst.Keine oder nur geringe SymptomeDas besondere Problem chronischer Lebererkrankungen ist, dass sie lange Zeit keine oder allenfalls nur geringe Symptome verursachen und sich deshalb oft kaum merklich verschlimmern.Klagt ein Patient über Müdigkeit, Leistungseinbußen und Konzentrationsschwächen, sollte durchaus an die Möglichkeit einer Virushepatitis gedacht werden. Ebenso können gastrointestinale Beschwerden, Hautveränderungen - vor allem im Gesicht - oder eine auffallende Zunahme des Bauchumfanges Anzeichen für eine chronische Lebererkrankung sein. Klare, für jedermann erkennbare Zeichen wie etwa Gelbsucht sind bei der Hepatitis C- Infektion eine Seltenheit. Zumeist fühlen sich die Betroffenen bald auch wieder besser, bis allerdings - wie häufig der Fall - irgendwann erneut dieses besondere Sich- nicht- wohl- Fühlen beginnt und später sich wieder verliert und dann wieder beginnt und sich wieder verliert.... Doch auch jetzt wird eher an andere Ursachen gedacht, bis der Befund einer kontinuierlichen GPT- Erhöhung den Arzt - hoffentlich - auf die richtige Spur lenkt. Leider gibt es gegenwärtig keine Möglichkeit, sich vor dem Hepatitis C- Virus zu schützen. Bei etwa der Hälfte aller Patienten ist nicht erklärbar, wodurch sie infiziert wurden. Partner von Patienten mit chronischer Hepatitis C und vor allem Familienangehörige bzw. Lebensgefährten, die mögliche Anzeichen einer Hepatitis C zeigen, sollten vorsorglich auf HCV untersucht werden. Anhaltende uncharakteristische Müdigkeit ist dabei in 60 bis 80% der Fälle das wesentlichste Zeichen der Erkrankung. Hinsichtlich der Übertragungsrisiken im Zusammenleben mit HCV- Infizierten sollte daher unbedingt Prophylaxe betrieben werden. Bei einer in Japan durchgeführten Untersuchung waren 15% der Ehepartner von HCV- Infizierten ebenfalls mit dem Hepatitis- C- Virus infiziert und 11% zeigten sogar den gleichen HCV- Subtyp wie ihre ursprünglich infizierten Partner, was eine unmittelbare Übertragung wahrscheinlich macht. Insbesondere bei Ehepaaren, die länger als 20 Jahre verheiratet sind, steigt das Risiko auf über 20%. Das Virus wurde auch in anderen Körperflüssigkeiten als im Blut - so beispielsweise im Speichel - nachgewiesen. Daher empfiehlt sich eine bestmögliche Infektionsprophylaxe bei nicht infizierten Partnern bzw. Familienmitgliedern von HCV- Infizierten. Das bedeutet, Kontakt mit Körperflüssigkeiten, insbesondere mit Blut der Infizierten zu meiden; bei Sexualkontakten Kondome zu verwenden und die Zahl der Sexualpartner zu begrenzen, Rasierer und Zahnbürsten nie gemeinsam zu benutzen; Schnitt- und Schürfwunden immer abzudecken und sich danach die Hände zu waschen. Direkter Virus- Nachweis durch PCRMit Hilfe eines speziellen Verfahrens, der sogenannten Polymerasekettenreaktion (PCR), lässt sich die in einer kleinen Menge Blutserum vorhandene Erbinformation (Ribonukleinsäure / RNA) von HCV in einem Testsystem vermehren und dann eindeutig nachweisen. Dieser direkte Nachweis der HCV- RNA mittels PCR ist nach den geltenden Therapierichtlinien auch Voraussetzung für eine Behandlung mit Interferon (IFN) alpha. IFN alpha ist das einzige bisher zugelassene Medikament zur Behandlung der chronischen Hepatitis. | |||||||||
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[Homepage]»Startseite»Impressum | Interferon (IFN) alpha mobilisiert AbwehrzellenIFN alpha ist eine körpereigene Substanz, die gesunde Zellen vor einem Virusbefall schützen kann, indem es sie zur Bildung antiviraler Faktoren anregt. Die Hauptaufgabe von IFN alpha liegt jedoch in seiner Funktion als Botenstoff bei der Mobilisation von Abwehrzellen gegen von Viren jeder Art befallene Zellen. Das therapeutisch eingesetzte biotechnologisch hergestellte IFN alpha wirkt wie körpereigenes Interferon, weshalb es bei der Behandlung auch zu den ganz normalen Nebenwirkungen beispielsweise einer Grippeinfektion kommt, bei der Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und eine depressive Stimmung durch das körpereigene Interferon ausgelöst werden können.In ihrem Bestreben für eine frühestmögliche, ausreichend hoch dosierte und ausreichend lange Behandlung argumentieren die Experten für die Unterstützung der körpereigenen Abwehr durch IFN alpha, solange das Immunsystem im Kampf gegen HCV noch möglichst stark ist, sich noch nicht völlig verausgabt hat und auch noch nicht mit einer variantenreichen Übermacht von HC- Viren konfrontiert ist. Genau letzteres ist nämlich bei der chronischen HCV- Infektion der Fall, und genau dies ermöglicht die für die Betroffenen kaum merkliche allmähliche Zerstörung der Leber, die mit den Jahren zunehmende Leberzirrhose, die bei vielen schießlich in die Entwicklung eines Leberzellkarzinoms mündet. Abwehrkampf bei chronischer LeberentzündungDie Hepatitisviren dringen in die Leber ein und können sich dort im Innern der Leberzellen verbergen. Da bleiben sie oftmals über lange Zeit, vermehren sich und sind dem direkten Zugriff unseres Immunsystems entzogen. Unser Körper kann die verborgenen Viren nur bekämpfen, indem er befallene Leberzellen zerstört.Das ist die Aufgabe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie "tasten" die Leberzellen regelrecht ab. Finden sie Bestandteile, die das Virus beim Eindringen in die Zelle außen zurückgelassen hat, identifizieren sie diese Leberzelle als fremd und leiten deren Vernichtung ein. Dieser Abwehrkampf ist die Ursache der langanhaltenden Leberentzündung, die oft über Jahre dauert und als chronische Hepatitis bezeichnet wird. Das Ziel ist die Eliminierung der Viren. Interferon alpha kann den weißen Blutkörperchen helfen, die infizierten Leberzellen schneller zu finden und wirkungsvoller zu beseitigen. Werden sämtliche im Körper verborgenen Viren erkannt und eliminiert, ist der Patient nach der Behandlung virus- und entzündungsfrei. Er ist geheilt. Bei einem Teil der Patienten mit Hepatitis C kann man beobachten, dass das Immunsystem trotz der Unterstützung durch Interferon nicht sämtliche Viren völlig aus dem Körper entfernen kann; die Immunabwehr reicht jedoch oft aus, die Virusinfektion so zu kontrollieren, dass die Leberentzündung zurückgeht. Man wertet auch dieses Behandlungsergebnis durchaus als einen Erfolg der Therapie! Entscheidend ist, dass die Leberentzündung abklingt. Die ein Jahr dauernde Behandlung der Hepatitis C mit IFN alpha, bei der die Substanz dreimal wöchentlich unter die Haut injiziert werden muss, wird weitgehend von den Patienten selbst kontrolliert. Sie werden im Krankenhaus oder in der Arztpraxis angeleitet, sich das Medikament selbst zu spritzen. Mit der Fertiglösung von IFN alpha 2a ist dies ohne Schwierigkeiten möglich. Bei der Herstellerfirma können außerdem ein Demonstrationsvideo sowie eine Patientenbroschüre mit Informationen über Hepatitis C und IFN alpha angefordert werden. Die Adresse: Hoffmann- La- Roche AG, Abteilung Klinik / Virologie, Postfach, 79630 Grenzach- Wyhlen, Telefon: 07624 / 14-2472 Dieser Artikel wurde in unserer Zeitschrift Lebenslinien, Ausgabe, 1/1997, veröffentlicht.
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23.8.2000