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Impfungen zur Prävention derUnter den bislang bekannten Hepatitis- Viren spielen in Deutschland vor allem das Hepatitis A- Virus (HAV), das Hepatitis B- Virus (HBV) und das Hepatitis C- Virus (HCV) eine bedeutende klinische Rolle. | |||||||||
Zur Vermeidung der Hepatitis A und B stehen effektive passive und aktive Impfstoffe zur Verfügung. Eine entsprechende Vakzine für HCV ist gegenwärtig nicht in Sicht.Hepatitis A- ImpfstoffePassive Immunisierung
Ein passiver Schutz gegen eine Hepatitis A- Infektion kann durch Standardimmunglobulin (SIG) erreicht werden, welches anti- HAV Antikörper enthält. durch eine Verabreichung von 0,02- 0,06 mg/kg Körpergewicht kann ein etwa drei Monate anhaltender Schutz bewirkt werden. Neben einer präexpositionellen Prophylaxe, bsp. vor der Reise in eine Hochrisikogebiet, kann SIG auch postexpositionell eingesetzt werden, wie es nach engem Kontakt mit einem Erkrankten erforderlich sein kann. Die Applikation von SIG kann zu Temperaturerhöhungen oder Überempflindlichkeitsreaktionen führen. Aktive Immunisierung
In Deutschland stehen zur Zeit die Impfstoffe Havrix®1440 der Firma Smith- Kline Beecham Pharma und VAQTA® 50 E der Firma Behring für Erwachsene zur Verfügung. Für Kinder sind HAVRIX®Kinder 360 und VAQTA®K 25 E erhältlich. In beiden Fällen handelt es sich um formalin- inaktivierte Viruspartikel, die an Aluminiumhydroxyd absorbiert sind. » Eine Impfung wird für folgende Personengruppen empfohlen: » Reisende in Endemiegebieten, insbesondere wenn die Reiseumstände Infektionen wahrscheinlich machen » medizinisches Personal auf Intensivstationen » Personal von Kindertagesstätten » Drogenabhängige » Homosexuelle » Angestellte von Klärwerken.* Bei der Einschätzung des Infektionsrisikos ist dem fäkal- oralen Infektionsweg Rechnung zu tragen. Da die komplette (zweimalige) Impfung des Erwachsenen Kosten von rund 200 DM für den Impfstoff verursacht, erscheint es sinnvoll, den Personenkreis der über 40jährigen, bei denen eine HAV- Durchseuchung von 50 bis 80 % zu erwarten ist, hinsichtlich anti- HAV vorzuuntersuchen. Der anti- HAV- Status verursacht nur geringe Kosten. Die Kasten der Impfung müssen Reisende selbst tragen.
Hepatitis B ImpfstoffePassive Immunisierung
Ein passiver Schutz gegen eine Hepatitis- B- Infektion kann durch Hyperimmunglobulin in einer Dosis von 0,06 ml/kg Körpergewicht intramuskulär erreicht werden. Dies ist jedoch nur bei nicht immunen Personen nach Kontakt mit HBV- haltigem Material im Sinne einer Postexpositionsprophylaxe indiziert. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sehen eine solche passive Immunisierung für Neugeborene HBsAg- positiver Mütter vor sowie für Personen, die sich mit möglicherweise kontaminierten Gegenständen verletzt haben, beispielsweise im Sinne einer Nadelstichverletzung bei medizinischem Personal. | |||||||||
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Nachdem in der Frühphase der Hepatitis B- Vakzinierung inaktivierte HBsAg- Partikel aus Patientenserum verwendet wurden, stehen heute gentechnologisch in Hefezellen hergestellte Impfstoffe zur Verfügung. In Deutschland kommen Engerix®B der Firma SchmithKline Beecham Pharma und Gen H- B- Vax® D für Dialysepatienten zum Einsatz. Diese Impfstoffe enthalten an Aluminiumhydroxid adsorbiertes HbsAg in unterschiedlicher Dosierung. » Die STIKO empfiehlt die aktive Hepatitis B- Impfung für: » medizinisches Personal » Dialysepatienten » Patienten mit häufiger Behandlung mit Blutprodukten » Patienten in psychiatrischen Anstalten » Homosexuelle » Drogenabhängige » Langzeitreisende in Endemiegebieten.* Falls die Notwendigkeit zur passiven Hepatitis- B- Immunprophylaxe gegeben ist, sollte parallel aktiv immunisiert werden. Auch Säuglinge bzw. 12jährige Kinder sollten heute geimpft werden. In Deutschland wird eine Auffrischimpfung bei einem Anti- HBs- Titer von weniger als 10 mU/ml empfohlen.
Kombinierter Hepatitis A und B- ImpfstoffAls Alternative zur aktiven Immunisierung gegen die einzelnen Viren besteht die Möglichkeit zur kombinierten Immunisierung gegen Hepatitis A und B mittels Twinrix® der Firma SmithKline Beecham Pharma. Das Impfschema entspricht dem bei Hepatitis B (O, 1 und 6 Monate), die Komplettimpfung mit der Kombinationsvakzine ist mit 128 DM pro Einzeldosis billiger als bei Verabreichung der Einzelimpfstoffe. Die Ergebnisse sind mit den durch die Einzelvakzinen erreichten vergleichbar.
Impfung des lebertransplantierten Patienten
Aufgrund der notwendigen Immunsuppression nach Transplantation sind die Ansprechraten auf Impfungen in dieser Patientengruppe generell schlechter als bei immunkompetenten Patienten. Falls die Lebertransplantation vorbereitet werden kann ist es daher sinnvoll, vor Transplantation eine Impfung gegen Hepatitis B durchzuführen. Nach einer Transplantation kann eine Verbesserung der niedrigen Ansprechraten durch Dosiserhöhung wie bei Dialysepatienten erfolgen. Allerdings ist ein dauerhafter Schutz nur für einen kleinen Teil der Impflinge erreichbar. Prof. Dr. Peter R. Galle
Dieser Artikel ist unserer Zeitschrift Lebenslinien, Ausgabe 1/98, entnommen. |
![]() | Mehr Informationen zum Thema Hepatitis B gibt es auch auf der Seite Hepatitis online. |
6.2.2002