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Unser BlutRoter Saft mit bedeutungsvollem Inhalt | |||||||
| Das Blut des Menschen macht rund 7 % des Körpergewichts aus. Beim normalgewichtigen Erwachsenen sind dies also ca. 5 bis 6 Liter. Bei zu hohem Blutverlust droht der Tod, bei manchen schweren Krankheiten ist ein Weiterleben nur durch Bestandteile aus Spenderblut möglich. Fehlt z.B. erblich bedingt ein bestimmtes Eiweiß im Blut, kann die Blutgerinnung gestört sein und kleine Wunden möglicher Weise zum Verbluten führen, werden Gehirnzellen mehr als zehn Minuten nicht mit Blut versorgt, gehen diese zugrunde, wird die Durchblutung in peripheren Kapillargefäßen, z.B. durch Rauchen, unterbunden, können Zehen oder Finger absterben - die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Fest steht: Das Blut, das angetrieben vom Herzmuskel, über einen geschlossenen , doppelten Kreislauf im Körper verteilt wird, ist lebensnotwendig.
Blut: Fest oder flüssig?Betrachtet man frisch aus einer Wunde ausgetretenes Blut unter einem Mikroskop, so erkennt man eine klare Flüssigkeit in der schwach rötlich- gelb gefärbte Gebilde schwimmen. Dazwischen sind auch noch etwas größere anders geformte Körperchen zu erkennen. Das Blut besteht also aus zwei grundsätzlich verschiedenartigen Bestandteilen: Blutplasma (Blutflüssigkeit) und den Blutkörperchen (geformte Bestandteile).Die festen BestandteileIntakte Rote Blutkörperchen - Kein Sauerstoffproblem
Die Gesamtzahl der Roten Blutkörperchen beim Erwachsenen beträgt ca. 25- 30 Billionen. Die Gesamtoberfläche ausgebreitet und aneinandergelegt entspricht der eines halben Fußballfeldes. Diese üppige Ausstattung hat ihren Sinn: Die Roten Blutkörperchen enthalten den roten Farbstoff Hämoglobin. Dieser hat die Fähigkeit Sauerstoff in den Lungen an sich zu binden und im Bedarfsfall nach Transport durch den Körper an Zellen und Gewebe wieder abzugeben. Das Sauerstoff reiche (im Körper: arterielle) Blut sieht hellrot aus; das Sauerstoff arme Blut der Körpervenen ist dunkelrot und wird über den Lungenkreislauf wieder mit Sauerstoff versehen. Die Roten Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet und haben eine Lebensdauer von ca. 120 Tagen. Sie werden in Milz und Leber abgebaut, müssen also laufend nachgebildet werden.
"Gelbsucht" durch gestörten BlutfarbstoffabbauDas Bilirubin ist ein Stoff in der Abbaukette des roten Blutfarbstoffes. Ist die Leber stark geschädigt, kann diese den Abbau dieses gelben Stoffes nicht mehr in genügendem Maße leisten. Bilirubin lagert sich dann in den Zellen des Körpers ab und wird an der Haut und in den Augen als Gelbsucht deutlich.Die "Weiße Abwehr"Die etwas größeren unregelmäßig geformten Blutzellen mit Zellkern sind die Weißen Blutkörperchen oder Leukozyten (leukos, gr. weiß). Diese lassen sich nicht nur mit dem Blutstrom treiben, sondern können sich auch aktiv, z.B. in Richtung eines Entzündungsherdes, fortbewegen. Sie umschließen Krankheitserreger und vernichten diese, gehen dabei häufig selbst zugrunde und bilden dann manchmal mit Geweberesten zusammen den Eiter. Die Anzahl der Weißen Blutkörperchen ist wesentlich geringer als die der Roten: Auf ein Weißes kommen ca. 700-800 Rote.Zur Vorbeugung die Impfung - Die Lymphozyten bekommen ArbeitEine bestimmte Gruppe der Weißen Blutkörperchen, die Lymphozyten, sorgen für die spezifische Abwehr von Krankheitserregern. Sie bilden z.B. spezielle Antikörper gegen Erreger von Infektionskrankheiten. Bei der aktiven Immunisierung (Impfung) werden geringe Mengen evtl. abgeschwächter oder abgetöteter Krankheitserreger injiziert und somit die Antikörperproduktion angeregt, so dass das Immunsystem auf eine mögliche Infektion vorbereitet ist. Ist eine schwere Infektionskrankheit, mit der der Mensch selbst nicht fertig wird, bereits ausgebrochen, können in manchen Fällen Antikörper direkt gespritzt (passive Immunisierung) werden.Blutplättchen - Klein aber wichtigIm Mikroskop kaum zu sehen sind die Blutplättchen oder Thrombozyten (gr. thrombos - Klumpen, kytos - Zelle). Es sind kleine Gebilde (0.0004 mm im Durchmesser), die schnell zerfallen und eine wichtige Funktion bei Wundverschluss und Blutgerinnung spielen: Tritt aus einer Wunde Blut aus, wird dieses schnell fest und bildet einen die Wunde verschließenden Pfropf. Dieser Vorgang wird Blutgerinnung genannt, der Pfropf besteht aus einem Gewirr von Eiweißfäden (Fibrin). Flüssiges Blut enthält kein Fibrin, sondern eine Vorstufe, das Fibrinogen. Kommt das Blut mit rauhen Oberflächen in Berührung, so zerfallen die Blutplättchen und entlassen ein Eiweiß, das zusammen mit Calcium zur Gerinnung des Fibrinogens in Fibrin führt.Blutgerinnung - Nützlich oder Schädlich?Handelt es sich bei der blutgerinnungsauslösenden rauhen Oberfläche um einen Wundrand, hat die Blutgerinnung im Sinne des Wundverschlusses eine wichtige Bedeutung. "Reiben" sich die Thrombozyten aber an durch Ablagerungen unregelmäßigen Blutgefäßwänden, kann es durch Blutpfropfen zur Thrombose kommen. Je nach Ort eines durch Thromben endgültigen Gefäßverschlusses ist die Folge dann z.B. ein Schlaganfall (Kopf), ein Herzinfarkt, eine Lungenembolie. Reißt ein Stück eines solchen Thrombus z.B. des Beines ab und wird mit dem Blutstrom weggeschwemmt, kann er eine so gefürchtete Embolie an Lunge, Herz oder Gehirn hervorrufen. Gefährdete Patienten erhalten Medikamente zur Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes (z.B. Marcumar). Im Falle des Budd- Chiari- Syndroms wird die Durchblutung der Leber durch Thrombosen der Lebervenen gestoppt. Dieses Syndrom stellt auch eine der Indikationen zur Lebertransplantation dar.Die Blutflüssigkeit
Lässt man frisch entnommenes Blut unter Luftabschluss stehen, so sinken allmählich die geformten Bestandteile zu Boden. Als Überstand wird deutlich das Blutplasma sichtbar. Aus dieser Blutsenkungsgeschwindigkeit kann der Arzt Rückschlüsse auf z.B. Entzündungszustände im Körper ziehen. Plasma besteht zu 90% aus Wasser. Zehn Prozent sind darin gelöste Bestandteile. Es enthält viel Eiweiß für Wachstum und Baustoffwechsel, Fett, Traubenzucker und Kochsalz in ungefähr gleich bleibenden Mengen. Auch das oben erwähnte Fibrinogen, Antikörper, Hormone als Botenstoffe und viele andere lebenswichtige Stoffe mehr kursieren im Blut. Auch unser Wärmehaushalt wird über die Temperatur des Blutes geregelt.
Laborwerte - Chemie im Blut, ein Buch mit sieben Siegeln?Menge und Art der zellulären und gelösten Blutbestandteile pro definierter Menge können durch vielfältige Laboruntersuchungen erfasst werden. Diese Laboruntersuchungen haben einen wichtigen Stellenwert in der Vorsorgemedizin, der Diagnostik, der Verlaufskontrolle von Erkrankungen und Behandlungen.Das kleine BlutbildNachfolgend sollen die Begriffe, die im Laborbefund immer wieder zu lesen sind, erläutert werden und sind in Zusammenhang mit dem obigen Text dann sicherlich gut verständlich: Das kleine Blutbild umfasst die Anzahl der roten Blutkörperchen ( Erythrozytenzahl ) , Blutfarbstoff ( Hämoglobin), Messwerte zur Beurteilung der Form der roten Blutkörperchen (Erythrozytenindizes: MCV, MCH, MCHC, RDW), Anteil aller festen Bestandteile am Gesamtblut (Hämatokrit), die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) und Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten).Das DifferentialblutbildWerden spezielle Untersuchungen bezüglich der weißen Blutkörperchen notwendig, wird das kleine Blutbild auf das Differentialblutbild erweitert. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kommen in verschiedenen Formen vor und haben unterschiedliche Aufgaben. Man unterscheidet segmentkernige neutrophile und stabkernige neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Je nach Veränderung kann auf Infektionen und entzündliche Prozesse geschlossen werden oder auch der Verlauf eines infektiösen Prozesses beurteilt werden. Erhöhte oder erniedrigte Laborwerte lassen keinen direkten Schluss auf ein Krankheitsbild zu. Viele Faktoren sind für eine Gesamtbeurteilung wichtig. Aus diesem Grund ist an dieser Stelle auf diesbezügliche Kausalzusammenhänge verzichtet worden.Jutta Riemer
Quellen:
Dieser Artikel ist unserer Zeitschrift Lebenslinien, Ausgabe 1/2000, entnommen. | |||||||
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8.9.2003