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Kontaktgruppe Ludwigsburg / BietigheimAnsprechpartner: | |||||||
Termine der Kontaktgruppe
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Berichte aus unserer KontaktgruppeKnochenmarkstypisierung und Organspende, 4.4.2008"Ja zur Organspende"Mehr Power für die Gesundheit, Jan. 2008Öffentliches Forum über Lebererkrankungen 2007"Zwischen zwei Flüssen" - Ausflug nach Besigheim26. Flohmarkt der SLD Gruppe Ludwigsburg"Etwas von dem zurückgeben..." - 13 Jahre Ansprechpartner"Warten auf das Licht" - Weihnachtsfeier 2006Rundgang mit dem Bietigheimer Nachtwächter"Gesundheit lohnt sich" - OrganspendeaufklärungWanderausstellung "Organe spenden - Leben schenken"Eindrucksvolle Abschlussveranstaltung im Landratsamt am 3. Dez. 2003
Burgen, Täler und der Wein
Herbstliche Wanderung der Kontaktgruppe Ludwigsburg im Bottwartal am 18. Okt. 2003Wenn auch die Temperatur bereits nahe der Nullgrenze lag, die Sonne lachte und alle freuten sich auf einen schönen Tag. Und in der Tat, es wurde ein solcher. Die Mitglieder der Ludwigsburger Kontaktgruppe trafen sich an diesem klaren Herbsttag hoch über dem Bottwartal bei Oberstenfeld, um von Baron von Weiler die Geschichte der uralten Burg Lichtenberg aus der Stauferzeit und deren Stammherren zu hören. Möglich wurde diese Führung durch den Burgherren selbst, weil Manfred und Irmgard Theilacker ihre Beziehungen spielen ließen, sie wohnen unterhalb der Burg, die sie von ihrem Garten aus immer im Blickfeld haben. Der Herbst zeigte nicht nur durch die kühle Temperatur seine Zähne sondern präsentierte sich auch durch die bunt gefärbten Laubbäume und die sich langsam verfärbenden Weinhänge. Das Bottwartal bringt auf seinen Mergelkeuperhängen kräftige Weine hervor, ein Tipp für anspruchsvolle Genießer. Der Burgherr empfing die Gruppe höchstpersönlich, allerdings nicht ausgerufen durch einen Herold und schon gar nicht in ritterlicher Staffage, sondern salopp in Lederjacke und Cordhose. Im noch recht kalten Innenhof war von ihm zu hören, dass die Burg aus dem 13. Jahrhundert nie völlig zerstört worden ist, nur im 2. Weltkrieg hatte es einige heftige Einschüsse durch amerikanische Geschütze von Beilstein herüber gegeben, die jedoch nur dem Dach schadeten. Eher nutzen “Wengerter (für die Nichtschwaben: Weingärtner) zeitweise die Burg als Steinbruch und verarbeiteten manche Buckelquader für ihre Weinbergmauern. Deshalb zählt “Lichtenberge zu den besterhaltenen Burgen der staufischen Epoche. Romanische Rundbögen an Türen und Fenster wurden später durch gotische Elemente ergänzt. Edle vom Lichtenberg zählten in der Vergangenheit zu wichtigen Staatsmännern in verschiedenen Zeiten.
Das typisch schwäbische Mittagessen Maultaschen, Rostbraten und Neuer Wein durften nicht fehlen wurde in der “Gipshütte hungrig genossen, humorig ergänzt durch schwäbische Sprüche und Gedichte. Gesättigt spazierte die Gruppe dann in Kehren durch die abgeernteten Weinberge (es heißt, der 2003er soll ein besonders guter Jahrgang werden!) hinauf zum Wunnenstein, immer mit freiem Blick weit nach Süden, im Dunst war sogar gerade noch der Stuttgarter Fernsehturm zu erkennen. Auf dem Wunnenstein stand einst die Burg stolzer Ritter, von denen der “gleißende Wolf im Vaterland am bekanntesten war. Heute steht dort ein Aussichtsturm auf den Resten einer ehemaligen Michaelskapelle mit ihrer der Sage noch vor Unwetter schützenden berühmten Glocke “Anna Susanna, die von den neidischen Heilbronnern einst den armen Nonnen abgekauft, aber wegen Versagens in der Unterländer Stadt wieder zurückgeben. worden war. Den Aufstieg auf den Turm sparte man sich, denn die Aussicht war auch so wunderschön. Bei abschließendem Kaffe und Kuchen ließen die “Ludwigsburger im Wunnenstein-Café den schönen Tag ausklingen, leider war es auf der Aussichtsterrasse schon etwas zu kühl geworden. Josef Theiss PS: Wer die A 81 bei Auenstein/Ilsfeld von Norden her verlässt, gelangt in wenigen Minuten auf dem Wunnenstein, der aus Süd- und Nordrichtung von weitem zu erkennen ist. Oder südlich an der AB-Ausfahrt Mundelsheim über Winzerhausen. Dort oben speist es sich allemal schöner und ruhiger und sicher bei schöner Aussicht angenehmer als in der turbulenten Autobahnraststätte.
Bluthochdruck und andere Nebenwirkungen durch ImmunsuppressionDass die Immunsuppressiva gegen eine Abstoßung eines implantierten Organes eine ganze Reihe von Nebenwirkungen haben, ist jedem Betroffenen hinlänglich bekannt. Ein Blick in den Beipackzettel z. B. des Ciclosporins (Sandimmun) informiert und erschreckt gleichzeitig. Dennoch gibt es keine Alternative, Transplantation ohne Immunsuppression geht nicht. Neben dem Ciclosporin stehen heute noch eine Reihe neuerer Wirkstoffe zur Verfügung, z. B. Takrolimus (Prograf), Mikophenolatmofetil MMF (CellCept), Sirolimus (Rapamune) u. a., ganz abgesehen von den "Oldies" Azathioprin (Imurek) oder gar Steroiden wie Cortison (Decortin u. a.).Eine der häufigsten Nebenwirkungen von Immunsuppressiva ist der Bluthochdruck, der wiederum zur Schädigung der Nieren führen kann. Ein leicht erhöhter Blutdruck wird jedoch selten beachtet. Das Transplantationszentrum an Chir. Uniklinik Heidelberg hat eine Reihe von Transplantierten zur Kontrolle der Nierenfunktion durch eine Nephrologin eingeladen. Auch ich habe die Gelegenheit zu einem Sondercheck gerne genutzt, für seine Gesundheit tut man ja schließlich alles. Das Ergebnis führte zu einer weiteren ausführlichen Kontrolle durch einen Nephrologen in Wohnortnähe. Er kam zum Schluss, dass meine Niere nur noch eingeschränkt funktioniert, der Creatininwert ist erhöht, der Blutdruck etwas zu hoch. Also runter damit, ich nehme jetzt ein Blutdruck senkendes Medikament und kontrolliere laufend den Blutdruck selbst. Weil das Problem jedoch viele haben, lud ich meinen behandelnden Arzt, Dr. Steilner aus Ludwigsburg ein, in unserer Kontaktgruppe darüber zu sprechen, was er gerne zusagte. Er verfügt über eine größere Erfahrung mit Dialysepatienten und betreut infolge dessen auch Nierentransplantierte. Und siehe da, das Interesse an diesem Vortrags- und Gesprächsabend war groß. Und es wurde mehr daraus, nämlich ein umfassendes, leicht verständliches Referat über eine ganze Reihe weiterer Nebenwirkungen, ihre Diagnose und ihre Behandlung. Dr. Steilner appellierte in seiner liebenswürdigen Art an alle Betroffenen, die ständige Kontrolle nicht nur des Butdruckes ("Der Mensch ist so alt wie seine Blutgefäße!") sondern auch die Klärung einer Reihe weiterer wichtiger Fragestellungen. Er informierte per Folien über die Risikofaktoren einer Hypertonie und erklärte, dass ein hoher Blutdruck die Selbstregulation zerstöre. Bei erhöhtem Blutdruck sei regelmäßige Selbstmessung mit einem geeichten Gerät selbstverständlich. Dann versäumte er nicht, auf weitere Nebenwirkungen und deren Kontrolle durch die Immunsuppression hinzuweisen: jährliche Untersuchung der Nieren (Ultraschall, Sammelurin, Blutuntersuchung), Infektionen, mögliche Tumore, vor allem Hautkrebs. Nicht zuletzt bezeichnete er die Schutzimpfungen wie z. B. gegen Grippe, Schutz der Lunge (Pneumovax) und Tetanusimpfung als obligatorisch. Die aktuellen Reformpläne (wenn sie diesen Namen überhaupt verdienen...?) der Gesundheitsministerin gaben Anlass, mit Dr. Steilner auch über die Auswirkungen für den Patienten zu diskutieren. Dass auch dieser jeden direkt betreffende Problemkomplex zu einer regen Diskussion führte, war nicht verwunderlich. Ich dankte im Namen der Gruppe Dr. Steilner für seinen sehr guten Vortrag, empfahl jedoch den Zuhörern, jetzt nicht wegen dieser möglichen Folgen einer Immunsuppression verängstigt und verstört nach Hause zu gehen, sondern den Preis für das geschenkte Leben gerne bewusst anzunehmen und jeden Tag zu genießen, aber auch selbst stets das Nötige zu tun, die neu gewonnene Gesundheit lange zu erhalten. Josef Theiss
"Herbstliche Wanderung im Stromberg mit Einkehr"So stand es in der Einladung für die Kontaktgruppe im Kreis Ludwigsburg. Warum nicht einmal die Schönheiten dieser nahe gelegenen bis zu 500 m hohen Hügelkette im Nordwesten des Kreises Ludwigsburg genießen, die besonders im Herbst zur Geltung kommen, wenn sich nach der Weinlese die Blätter gelb, orange bis ins dunkelste Rot verfärben und so über die meist südlichen Hänge malerisch einen bunten Flickerlteppich legen.
Nach der Begrüßung der Wanderlustigen ging es zunächst zur St. Georgs- Kirche mit ihrer reichhaltigen Geschichte und ihren sehenswerten Fresken - wie sie selten in einer reformierten Kirche zu sehen sind. Schade, dass die länger dauernde Kinderkirche eine Besichtigung des Inneren verhinderte, deshalb gab es draußen bei beginnendem Regen einige Erklärungen. Nachdem noch einige Nachzügler eingetroffen waren, spazierte die Gruppe den Ort hinauf zu einem Aussichtspunkt und danach zum Teufelsberg, von dem bei gutem Wetter Paraglider die Aufwinde nutzen und dann sanft n das Tal gleiten. Unterwegs wurde inmitten der Weinbergen mehrmals Halt gemacht. An einem "Wengert", an dem noch die zu einer Spätlese reifenden Lembergertrauben hingen, gab es Erklärungen von den Öchslegraden bis hin zum Eiswein, zu der Lese des Trollingers, Spätburgunders, Rieslings und Sylvaners und zu deren Verarbeitung. Der Lemberger gedeiht hier auf dem wasserdurchlässigen Mergelkeuperboden besonders gut, die Wurzeln holen tief aus der Erde die Mineralien, die dem Strombergwein sein besonders, "Bodengfährtle" geben. Die Weine dieser Region werden deshalb von Kennern besonders geschätzt. Nach einer weiteren Strecke durch die Weinbergwege, links und rechts entdeckte man noch bei der Lese übersehenen Trauben oder "Spätlinge", die köstlich süß mundeten, zwang der einsetzende Regen dazu, schnell zur Kelter zurückzukehren und die schwäbische Gaststätte in Spielberg anzusteuern, in der für uns ein Tisch reserviert war. Während draußen die wilde "Jeannette" zunehmend pustete und die Wolken jagte, ließen wir es uns drinnen gut schmecken. Und weil es allen gut gefallen hat, wird es im nächsten Jahr sicher wieder eine herbstliche Wanderung in der Gegend geben. Josef Theiss
Selbsthilfe Lebertransplantierter im RundfunkHörerkontaktsendung von der Landesgartenschau Ostfildern mit Wolfgang Walker vom SWR4 am 20. Juni 2002Rundfunkmoderator Wolfgang Walker ist vor allem durch seine Sendung "u.A.w.g. - um Antwort wird gebeten" bekannt und weit über die Landesgrenzen hinaus beliebt, denn der Sender SWR4 hat in ganz Deutschlands eine große Hörergemeinde. Vor allem die Lifesendungen von Landesgartenschauen und anderen Ereignissen ziehen Scharen von Besuchern und Zuschauern bzw. -hörern an. Im Rahmen der Hörerkontaktsendung von der Landesgartenschau in Stuttgart/Ostfildern wird Selbsthilfegruppen die Möglichkeit gegeben, sich kurz vorzustellen. Interessierte bzw. Betroffene können dann über die SWR4- Hotline die Telefonnummer erfragen. Auch unsere Organisation ist dazu eingeladen worden. Am 20. Juni konnte ich in einem vollgefüllten Zelt (die meisten Gartenschaubesucher suchten an diesem sehr heißen und schwülen Tag den kühlenden Schatten im Zelt des SWR) die Gelegenheit wahrgenommen und in den maximal gewährten drei Minuten unseren Verein und unsere Arbeit vorstellen. Spontan kam anschließend die Mitarbeiterin einer anderen Selbsthilfeorganisation auf mich zu und verlangte die Adresse für einen ihr bekannten Wartepatienten auf eine Lebertransplantation. Josef Theiss |
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"Regen - Das macht uns doch nichts aus!"So und ähnlich konnte man es beim Mittagessen im Alten Brauhaus in Zwingenberg an der Bergstraße hören. Zuvor waren wir, 17 unerschrockene, regenschirmbewaffnete Lebertransplantierte und Angehörige, eineinhalb Stunden Professor Gerd Scheper durch das alte Städtchen gefolgt.Der Zwingenberger und Architekt zeigte uns die historischen Ecken im Tal und die Besonderheiten der Kirche auf dem Berg. Er verschaffte uns einen Überblick über die historischen Zusammenhänge und auch "Histörchen" hatten Ihren Platz. Es hat uns nicht gestört, dass ab und zu ein Bogen zum ganz privaten Hobby des Gerd Scheper - der spezielle Bezug derer von Katzen-Ellenbogen zu Zwingenberg! - Geschlagen wurde. Auch daran wurde deutlich, dass er uns mit Engagemnent durch "seine" Stadt führte. Wir danken für die engagierte (und auch noch kostenlose!) Stadtführung! Nach dem Mittagessen hatte es aufgehört zu regnen und wir konnten den Rest des Ausflugs auf den Regenschirm verzichten. Von der Bergkirche in Auerbach wanderten wir zum Fürstenlager. Dieser Park wurde ursprünglich von den hessischen Landgrafen rund um eine "heilsame" Quelle angelegt. Im Park und diversen Gebäuden suchten die fürstlichen Herrschaften einstmals Erholung. Nach dem Regen war die Luft besonders angenehm und wir taten es Ihnen gleich und trafen uns je nach Geschmack nach kürzeren oder längeren Spaziergängen zum Kaffeetrinken im "Herrenhaus". Mit dem Gang zurück zu den Autos endete der Ausflug, bei dem wieder gute Gespräche unter gleichermaßen Betroffenen geführt werden konnten - und es ging nicht nur um die "Kranklheit"! J.Riemer Eine gute Zusammenarbeit mit Medien:"Organtransplantation - das geschenkte Leben"Öffentlichkeitsarbeit zahlt sich aus, denn Klappern gehört zum Handwerk! Kontakte zu Medien sind ein wichtiges Kapital besonders auch für Selbsthilfegruppen. Als Betroffener und Ansprechpartner natürlich vor allem im eigenen Wirkungsbereich.So ist eines Tages ein Journalist von "kip" (Kirche im Privatfunk - einem Radioprogramm der Diözese Stuttgart/Rottenburg), wegen eines Rundfunkinterviews auf mich zugekommen. Dies habe ich gerne angenommen, der Redakteur kam zu mir, wir sprachen Ablauf ab und dann gab es eine Aufzeichnung, der Beitrag wurde etwas später gesendet. Als die Moderatorin Andrea Wohnhaas im letzten Jahr für das kirchliche TV- Kirchenmagazin "alpha & omega" das Thema Transplantation/Organspende wählte, gab ihr der kip- Kollege einen Tipp, "er kenne da einen Betroffenen"! Der Kontakt war schnell hergestellt, ein erstes längeres Gespräch am Telefon, ich gab der Redakteurin eine Fülle Informationen, Hinweise und Adressen. Dann kurz vor der Aufzeichnung spätabends in den Ludwigsburger B.TV- Studios noch einige Abklärungen mit den anderen drei Teilnehmern der Talkrunde, dem Transplantations- Koordinator Martin Kalus vom Katharinenhospital Stuttgart und dem Heidelberger Klinikseelsorger Thomas Wigant. Schnell noch in die "Maske", gepudert und gekämmt ging es dann ins Studio. Zuerst lief der "Trailer", der Vorspann, ja und dann kam schon die erste Frage. Natürlich ist man aufgeregt, zumal bei dieser Premiere für mich. Es wurde "life" aufgezeichnet, d. h. es gab keine Wiederholung, keinen Schnitt. Jedes Wort musste "sitzen". Kamera vorn, Kamera links, Kamera rechts, auf einem Monitor konnte man mitverfolgen, welche gerade läuft. Nach einer halben Stunde war alles vorbei. Habe ich in der Aufregung kein dummes Zeug geredet? Habe ich alles so gesagt wie ich es mir vorgenommen hatte? Natürlich nicht, aber es sei gut gewesen, sagte die Redakteurin. Für ein Anschauen der Aufzeichnung war keine Zeit. Also die Sendung abwarten. Sie lief dann mehrmals über B.TV., RNF plus/Mannheim und FR TV Südbaden /Freiburg am 16./17./18. Febr. 2002. Einige Anrufe danach, positiv. Gott sei Dank, gut gelaufen. Ein Bekannter rief aufgeregt an "Josef, du kommst gerade im Fernsehen!" alpha & omega erreicht immerhin ca. 1 Mio Zuschauer - und das bei ungünstigen Sendezeiten. Das Ganze hatte noch ein Nachspiel: Andrea Wohnhaas ist auch Redakteurin des "Katholischen Sonntagsblattes" der Diözese Stuttgart/Rottenburg. Sie hatte die Idee, das Thema auch dafür aufzugreifen, denn sie selbst war davon überzeugt, dass man gegen den Organmangel und das Unwissen unbedingt etwas tun müsse. Stoff genug hatte sie ja für den Beitrag. Nochmals ein Gespräch, dann kam ein Fotograf ins Haus. Dann der mit Spannung erwartete Beitrag - und die Überraschung: vier Seiten, Thema "Organspende: Das geschenkte Leben!" Davon eine ganze Seite mit meiner Geschichte und natürlich auch Informationen über unsere Selbsthilfeorganisation. Reaktion: einige unsachliche Lesebriefe, auf die ich natürlich antworten musste, um einiges richtig zu stellen. Aber 65.000 Auflage, geschätzte Leserzahl ca. 150.000! Noch eine andere Geschichte: Im Rahmen der Wanderausstellung "Organe spenden - Leben schenken!" im Kreis Ludwigsburg rief mich die Redakteurin der Kreiszeitung an, sie möchte gerne ein Interview mit mir machen. Der Hintergrund: eine gute Bekannte von ihr stehe vor einer Lebertransplantation. Wir trafen uns zu einem langen Gespräch und anderntags stand das Ergebnis in der "Ludwigsburger Zeitung": eine halbe Seite. Natürlich mit Vorstellung der Kontaktgruppe, Adresse und Telefonnummer! Dieser Beitrag hat weite Beachtung gefunden, ich wurde und werde auch heute noch darauf angesprochen. Eine ganze Reihe chronisch Leberkranker aus dem Kreis suchte Rat und Kontakt, einzelne kamen inzwischen sogar in die Gruppe. Josef Theiss "Der transparente Mensch"Kontaktgruppe Ludwigsburg besuchte lehrreiche Ausstellung im Landratsamt Die AOK - Die Gesundheitskasse hatte die sehr anschauliche Ausstellung "der transparente Mensch" nach Ludwigsburg geholt. Unsere Kontaktgruppe nahm die Möglichkeit zu einer Besichtigung mit sachkundiger Führung im Landratsamt gerne wahr. So trafen sich ca. 15 Interessierte am 24. Januar im Kreishaus, um von Frau Dr. med. Uschi Traub vom Kreisgesundheitsamt in ca. einer Stunde durch die Präsentation geführt zu werden. Diese Ausstellung veranschaulichte in beeindruckender Weise das Wunder unseres Körpers und ermöglichte dem Betrachter, ihn im wahrsten Sinne des Wortes transparent erscheinen zu lassen.Plastinate àá la "Körperwelten" und Präparate, Modelle, Fotografien und Graphiken gaben ein umfassendes Bild der menschlichen Organe, isoliert und in ihrem natürlichen Zusammenhang. Kernstück und Höhepunkt der Ausstellung war "der transparente Mensch" als durch und durch sichtbar gemachter menschlicher Körper. Alle Organsysteme, Knochen, Sehen und Muskeln konnten in ihrem Zusammenhang erkannt werden. Mehr als 30 transparente Körperschnitte waren in einem Exponat auf einer Länge von 5 m aufgestellt und erlauben so aufschlussreiche Einsichten in den Körper. Das Ziel der Ausstellung war jedoch neben der reinen Darstellung auch die Aufklärung. Besonders deutlich war dies an den krankhaft veränderten Organen zu beobachten: Ein vergrößertes Herz, ein Lungenkarzinom, eine Fettleber und eine zirrhotische Leber, eine Raucherlunge u. v. a. gaben preis, was der Patient sonst nicht sieht sondern meist nur spürt, wenn es ihm nicht gut geht. So erfüllte diese lehrreiche Präsentation voll ihr Motto: "Einblicke in unseren Körper - Zusammenhänge erkennen und verstehen". Dr. med. Uschi Traub verstand es, auch dem Laien diese zu hervorragend zu vermitteln. Nachdenklich kehrte so mancher nach der Führung zu den verschiedenen Objekten zurück. Josef Theiss
"Es geht ihm wieder gut...."- mit dieser Überschrift brachte 1994 die Bietigheimer Zeitung ein Interview mit mir und berichtete über meine erfolgreiche Transplantation. Mir ging es damals besonders darum, den Sinn der Organspende in die Öffentlichkeit zu bringen und wie wichtig es für einen selbst sein kann, dass es zur Organspende bereite Menschen gibt. Von vielen Bürgern wurde ich darauf angesprochen und konnte sie über alles informieren. Natürlich war auch viel Neugierde dabei, denn einen Transplantierten hat man nicht alltäglich vor sich. Die meisten fragten erstaunt "kann man das überhaupt machen?"
Neben den Stammtischabenden, an denen man sich ohne Programm zum Gespräch und zum Essen trifft, wird durch Fachvorträge Wissenswertes über die Leber, Lebererkrankungen, Medikamente, die Lebertransplantation davor und danach vermittelt. In diesem Jahr veranstaltete die Gruppe eine Reihe von öffentlichen Vorträgen mit dem Hepatologen PD Dr. S. Walker, Chefarzt der Inneren Abteilung I des Bietigheimer Krankenhauses, zum Thema Lebererkrankungen und speziell auch zur Virushepatitis, z. T. zusammen mit dem Gesundheitsamt und Krankenkassen. Dabei stand auch die Impfaufklärung im Mittelpunkt. Diese Angebote waren sehr gut besucht. Ein jährlicher Schwerpunkt sind die Aktivitäten zum und um den Tag der Organspende. So beteiligte sich die Gruppe 1999 mit Infoständen in vier Städten im Kreis und bei vielen anderen Maßnahmen. Als nächstes ist u. a. eine Briefaktion an die Bürgermeister des Kreises geplant. Die Flohmärkte der Gruppe in der Bietigheimer Fußgängerzone bedeuten zwar eine Menge Arbeit, bringen aber allen viel Spaß und nicht zuletzt Geld in die Kasse des Vereins. Das Jahr wird im Dezember mit einem festlichen "Besinnlichen Jahresabschluss" mit Textvorträgen, Musik und Tee mit weihnachtlichem Gebäck gemeinsam verabschiedet. Für die Mitglieder ist die Gruppezu einer wertvollen Anlaufstelle in ihrer Nähe geworden. Sie helfen und stützen sich gegenseitig, es bilden sich Freundschaften, neue Mitglieder fühlen sich rasch angenommen und gut aufgehoben. Eine besondere Freude für alle ist, wenn es wieder einmal einer geschafft hat. Freilich müssen auch wir erleben, dass das Ziel nicht immer erreicht wird. Die Angehörigen erfahren, dass in diesen schweren Stunden die Gruppe zu ihnen steht und sie begleitet. Inzwischen kennen Ärzte, die Krankenkassen und die Gesundheitsämter die Telefonnummer 07142/57902 und geben sie an Betroffene weiter, die Rat und Hilfe suchen. Es befriedigt von mal zu mal, wenn diese nach einem längeren Telefongespräch oder einem Besuch zusammen mit dem Partner am Schluss sagen "jetzt ist mir leichter, jetzt weiß ich Bescheid". Die Gruppe arbeitet mit in der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit im Kreis Ludwigsburg und initiiert Infoveranstaltungen der Kassen zum Thema Lebererkrankungen, Impfvorsorge und Organspende. |
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16.11.2008